Ein barrierefreies Theme oder eine individuelle Programmierung machen eine Website noch nicht automatisch barrierefrei. Sie schaffen lediglich die technische Grundlage. Ob eine WordPress Seite am Ende wirklich für alle Menschen nutzbar ist, entscheidet sich vor allem beim einfügen der Inhalte.
Denn Inhalte müssen korrekt strukturiert, verständlich formuliert und mit den vorgesehenen WordPress Elementen erstellt werden. Dieser kurze Guide fasst zusammen, worauf Redakteur:innen achten sollten, um die Barrierefreiheit einer Website langfristig zu erhalten.
Überschriften richtig strukturieren
Überschriften sind ein zentrales Navigationselement – insbesondere für Screenreader Nutzer:innen. Deshalb ist ihre korrekte Struktur entscheidend.
Überschriften immer als Überschrift anlegen
Nicht nur optisch hervorheben Eine Überschrift ist nicht einfach nur großer oder fetter Text. Auch wenn etwas wie eine Überschrift aussieht, erkennt ein Screenreader oder die Suchmaschinen sie nur dann als solche, wenn sie im WordPress-Editor wirklich als „Überschrift“ angelegt bzw. ausgezeichnet wurde.

Nur eine H1 pro Seite setzen
Die H1 ist die Hauptüberschrift der Seite. Sie beschreibt das zentrale Thema und wird meist automatisch durch das Theme gesetzt (z. B. der Seitentitel). Es darf nur eine H1 pro Seite geben

Hierarchisch vorgehen
Es beginnt immer mit der H1 Überschrift Nach der H1 folgen H2 Überschriften, darunter ggf. H3, H4 usw. Die Reihenfolge darf nicht übersprungen werden (also keine H4 direkt nach einer H2). Überschriften sollten eindeutig sein, sich nicht wiederholen Die Überschriftenauswahl soll nicht nach Optik gewählt werden, sondern nach Struktur.

Wie kann die Überschriftenstruktur überprüft werden?
Mithilfe des Browser-Plugins "Headingmaps":

oder auch direkt in Wordpress in der Seitenbearbeitung:
Die Übersicht aller verwendeten Überschriften lässt sich direkt im WordPress-Editor einsehen. Öffnen Sie dazu die Listenansicht (Symbol mit den drei Linien oben links) und dann den Reiter "Übersicht". Dort werden alle Inhaltselemente der Seite hierarchisch dargestellt – inklusive der verwendeten Überschriftenebenen. So können Sie schnell überprüfen, ob die Struktur korrekt aufgebaut ist.

Texte korrekt auszeichnen
Auch im Fließtext gilt: Semantik ist wichtiger als reine Optik. Inhalte sollten so aufgebaut werden, dass ihre Bedeutung technisch korrekt erkennbar ist – nicht nur visuell.
Inhalte in Absätze gliedern
- Gliedern Sie längere Texte in überschaubare Abschnitte
- Jeder Absatz sollte einen klaren inhaltlichen Fokus haben
- Vermeiden Sie „Textwüsten“, die schwer zu erfassen sind

Hervorhebungen gezielt einsetzen
- Verwenden Sie Fettschrift, um wichtige Begriffe oder Kernaussagen hervorzuheben
- Setzen Sie Hervorhebungen sparsam ein, damit sie ihre Wirkung behalten
- Vermeiden Sie es, ganze Absätze fett zu formatieren

Semantik statt Gestaltungstricks
- Verwenden Sie die vorgesehenen Formatierungen (z. B. Zitat, Liste, Überschrift)
- Vermeiden Sie rein visuelle Tricks wie vergrößerte Schrift oder zusätzliche Leerzeilen zur Strukturierung
- Inhalte sollten auch ohne visuelle Gestaltung logisch nachvollziehbar sein

Listen bei Aufzählungen verwenden
- Nutzen Sie die Listenfunktion im WordPress-Editor für Aufzählungen
- Verwenden Sie keine manuellen Zeilenumbrüche oder Bindestriche als Ersatz
- Listen helfen Screenreadern, Inhalte besser zu erfassen und anzukündigen

Zitate korrekt auszeichnen
- Verwenden Sie für Zitate die vorgesehene „Zitat“-Formatierung im WordPress-Editor
- Zitate sollten nicht einfach nur kursiv gesetzt oder eingerückt werden
- Die semantische Auszeichnung hilft Screenreadern dabei, den Inhalt als Zitat zu erkennen
- Geben Sie – wenn möglich – die Quelle oder die zitierte Person an

Links verständlich gestalten
Links gehören zu den zentralen Elementen jeder Website. Sie steuern die Navigation, verbinden Inhalte miteinander und ermöglichen den Zugriff auf weiterführende Informationen oder Dateien. Gerade im Kontext der Barrierefreiheit ist es wichtig, Links so zu gestalten, dass sie eindeutig, verständlich und unabhängig vom Nutzungskontext erkennbar sind. Die folgenden Punkte zeigen, worauf bei der barrierefreien Gestaltung von Links in WordPress besonders geachtet werden sollte.
Aussagekräftige Linktexte („Mehr erfahren“ vermeiden)
Links sollten immer klar und konkret beschreiben, wohin sie führen oder welche Aktion ausgelöst wird. Allgemeine Begriffe wie „Mehr erfahren“, „Hier klicken“ oder „Weiter“ sind problematisch, weil sie ohne den umgebenden Kontext nicht verständlich sind – insbesondere für Screenreader-Nutzer:innen, die Links häufig aus einer Liste heraus navigieren.

Externe vs. interne Links kennzeichnen
Es sollte erkennbar sein, ob ein Link innerhalb der eigenen Website führt oder auf eine externe Seite verweist. Das schafft Transparenz und verhindert unerwartete Navigationen. Interne Links helfen dabei, Nutzer:innen sinnvoll durch die eigene Website zu führen und Inhalte zu verknüpfen. Externe Links führen zu anderen Domains und sollten klar gekennzeichnet sein, zum Beispiel durch einen Zusatz wie „(externer Link)“ oder ein entsprechendes Icon.

Hinweise auf Dateitypen (PDF, DOCX etc.)
Wenn ein Link auf eine Datei verweist, sollte der Dateityp und idealerweise auch die Dateigröße angegeben werden. Das hilft Nutzer:innen dabei einzuschätzen, was sie erwartet, bevor sie den Link öffnen.

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